Lasst mir die Nacht

Lasst mir die Nacht

Von Laila Ammi

Haltet mich fern von diesen müden Gesichtern
Haltet mich fern von diesen wütenden Gesichtern
Haltet mich fern von der Wut
Lasst mich unter den Vögeln und Blumen.

Haltet mich fern von den bösen Zungen
Lasst mich für die Nacht
und lasst mir die Nacht.

Lasst mich in diesem dunklen Raum
Lasst mich mit einer Kerze und einem Stift
Lasst die Vögel mir ihre Geschichten erzählen
Lasst den Himmel lächeln
und den Regen vor Freude weinen.

Lasst mein Herz mit den Bäumen sprechen
Lasst die Blätter der Bäume mich aufrichten
Lasst mich den Herzschlag der Liebenden hören
Lasst die Liebenden in Ruhe ihre Liebe weben
mit ihren Herzen eine Geschichte schreiben.

Lasst mich in diesem dunklen Raum
Lasst mich wissen, wer ich bin und warum ich bin
Lasst die Musik im Dunklen klingen
Ihr geht in eine ferne Welt
um Euch nach einer Weile selbst wieder zu begegnen
Ich sehe Euch sogar lächeln
und ich sehe Euch in Frieden.

Ich sehe Liebe und Lächeln in Euren Blicken
Lasst uns Musik hören, die dem Publikum Liebe schenkt
In meinen Ohren ist kurdische Musik.

Lasst die Freude unseren Kummer nehmen
Lasst die Wut zur Ruhe kommen
Lasst mich – und kommt nicht
wenn ihr nicht lächelt

Das Lächeln wurde erschaffen, um auf unseren Gesichtern zu sein
Die Liebe ist in der Welt, damit wir sie leben
Die Umarmung wurde erschaffen, damit wir uns umarmen.

Dieser Text erschien 2018 in der 11. Ausgabe der Zeitung „Neu in Deutschland“ (>>PDF).

Laila Ammi, Foto: Wolfgang Wedel

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