30 Teller bei unseren Nachbarn

Im Hinblick auf den Ramadan hat das nid-Team einen bunten Blumenstrauß an unterschiedlichen Überzeugungen und Verhaltensweisen. Einige fasten, andere nicht. Einige sind trotzdem religiös, andere nicht. Gemeinsam ist uns allen nur: Der Ramadan wird uns in den kommenden 30 Tagen immer wieder beschäftigen. Wie wir das erleben? Das erzählen wir – aus unterschiedlichen Perspektiven. – Teil 1 –

30 Teller bei unseren Nachbarn

Von Nour Alzoubi

Der Ramadan klopft an unsere Türen, bringt Geschenke mit und Liebe – und die gläubigen Muslime sehen darin Hoffnung. Für mich ist der Ramadan der beste Monat im Jahr, weil er unsere ganze Familie eng zusammenbringt. Unsere Küche ist gar nicht groß genug für alle, die an diesen Tagen mithelfen, das Essen vorzubereiten. Danach essen wir alle zusammen. Was ich auch sehr mag: Während des Ramadans bringen wir jeden Tag zu unseren Nachbar*innen etwas zu essen. Diese Gabe heißt „Sukba“. Normalerweise bringen wir das Essen auf Tellern – und so kann es vorkommen, dass nach ein paar Tagen 30 unserer Teller irgendwo in Nachbarwohnungen sind. Wenn wir die Teller zurückbekommen, liegen Bonbons oder andere Süßigkeiten darauf. Es wäre in unseren Augen unhöflich, einen leeren Teller zurückzugeben.

Für mich ist der Ramadan ein gern gesehener Gast, der uns einmal im Jahr 30 Tage lang besucht. In Deutschland staunen viele Menschen darüber, dass wir in dieser Zeit vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang nichts essen und nichts trinken. Natürlich ist das hart! Aber ich mache es aus Liebe und mit Freude, nicht aus einem Pflichtgefühl heraus.

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