Die Deutschen mögen das Diskutieren

Wo unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen, kann es zu Wortgefechten kommen. Andere gehen schweigend auseinander. Oder sie sprechen einfach über etwas anderes.

Die Fähigkeit zu streiten, besitze ich nicht. Ich versuche, in keinen Streit zu geraten. Aber ob ich will oder nicht, ich gehe immer als Verlierer aus einem Streit heraus. Auch wenn ich gar nicht teilgenommen habe.
Wenn meine Mutter früher mit meinem Vater gestritten hat, endete das meist damit, dass mir das Taschengeld gestrichen wurde.
Wenn mein Chef mit meinem Abteilungsleiter stritt, bekam ich in den folgenden Monaten weniger Gehalt.
Als die Regierung in meinem Land mit der Opposition in Streit geriet, verloren viele Menschen ihr Leben. Und ich verlor viele Menschen, die ich liebte.
Ich will keinen Streit mehr hören.
Abdulrahman Salah

Amir 3
Wo die deutschen Worte fehlen, helfen manchmal Wassergläser zur Veranschaulichung: Amir Ahmed Al Moha (l.) mit Ragheb Shehadah

Im Streit geht es meist darum, den anderen zu bekämpfen, zu siegen, selbst unbesiegbar zu sein. Das bringt wenig Gutes.
Amir Ahmed Al Moha

Die Deutschen mögen das Diskutieren! Zwei oder drei Stunden – kein Problem. Manchmal geht die Stimme hoch. Aber alle machen weiter. Und dann nochmal von vorne.
Omar Al Nabulsi

Wenn jemand mit mir streiten will, sage ich „Du hast Recht“, drehe mich um und gehe.
Yazan Ower

Ich sage: „Ich stimme nicht zu. Aber ich möchte nicht weiter darüber sprechen.“
Omar Al Nabulsi

Das muss so sein, dass wir streiten, das ist normal!
Jafar Zabalawi

In unserem Heimatland gibt es keine Meinungsfreiheit. Wir kennen das nicht. Es ist etwas Neues für uns.
Issam Al Najm

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