Die schlimmen Nachrichten

Die schlimmen Nachrichten

Von Dilara Baker, 11 Jahre

Im März hörte ich im Fernsehen schlimme Nachrichten. Auf dem Bildschirm in unserem Wohnzimmer sah ich meine Tante, meine Cousine und viele andere Menschen, die ich gut kenne. Sie waren alle im Fernsehen!

Aber etwas war seltsam.

Ich habe mich gefragt, warum sie alle im Fernsehen sind. Eigentlich ist es schick, im Fernsehen zu sein. Doch dann sah ich, dass meine Tante, meine Cousine und viele andere Menschen um Hilfe flehten. Einige lagen tot auf dem Boden. Andere bettelten, um etwas zu essen zu bekommen. Meine Mama neben mir weinte, weil ihre Cousine tot war.Aber nicht nur sie war tot, sondern sehr viele Menschen. Ich musste auch weinen, als ich die Bilder sah. Ich habe sehr viel Mitleid mit den Menschen, die im Krieg sind.

In Syrien haben die Kinder draußen auf der Straße gespielt. Dann fiel eine Bombe auf die Kinder und sie starben.

Dilara Baker, Foto: privat

Dilara Baker lebt mit ihrer Familie, die aus Afrin stammt, in Bottrop.

Dieser Text erschien 2019 in der 14. Ausgabe der Zeitung „Neu in Deutschland“, Sonderausgabe FRAUEN – in Kooperation mit dem „Café Courage“ in Bottrop.

Das Frauenzentrum „Courage“ wurde 1985 gegründet und ist eine Beratungsstelle für Frauen in Bottrop. Zentrales Thema von
Courage ist Gewalt. Grundsätzlich kann aber jede Frau mit jedem Anliegen in die Beratungsstelle kommen. 2015 wurde das „Café Courage“ für geflüchtete
Frauen gegründet – mit offenen Treffen, Sprachkursen, Sport- und Kreativangeboten. Alle Angebote sind kostenlos und werden von den Frauen, die meist aus der Nachbarschaft kommen, sehr gut angenommen. Jede Frau ist willkommen und erhält Hilfe oder Rat. Die produktive Zusammenarbeit des Café Courage mit dem Bochumer nid-Team wurde initiiert und organisiert von der Künstlerin Irmelin Sansen.

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