Fairuz

Von Nour Alzoubi

Ein schwarzer Kaffee am Morgen, ohne Zucker, ohne Milch – mit Fairuz. So bin ich aufgewachsen. So wachsen wir in Syrien auf. Ihre Stimme durchzieht alle Gassen. Auch nach Jordanien begleitete sie mich und meine Familie. Als ich Fairuz‘ Stimme in Jordanien hörte, war mein Herz entsetzt. Meine Augen weinten. Meine große Angst damals war, dass wir lange in Jordanien bleiben würden. Ich wusste nicht, dass ich mein Land nicht mehr wiedersehen würde, jedenfalls bis heute. Und wenn wir eines Tages zurückgehen, was wird dann sein? Wie wird die Stimme von Fairuz nach dem Krieg in unseren Städten klingen? Ich spreche mit dem Wind: trag mich in meine Heimat!

Ich war ein Kind, als ich meine Heimat verließ. Sie sah mich nicht aufwachsen. Wenn ich in Deutschland die Lieder von Fairuz höre, weint mein Herz – um mein Land Syrien, um meine Stadt Daraa. Manchmal höre ich mein Herz nicht mehr schlagen und ich lache in die tödliche Wirklichkeit. Ich möchte mein Herz hören – und jeden Tag die Stimme von Fairuz.

Fairuz ist eine libanesische Sängerin, die in Syrien so bekannt ist wie die Sonne.
Dieser Text erschien 2018 in der 10. Ausgabe der Zeitung „Neu in Deutschland“.

Foto: Wolfgang Wedel

Ein Kommentar

  1. Osama Mosully

    Ich stimme dir zu, als wir aufgewachsen geworden sind, wurden wir geflohen, wieso und wie und warum?? Weil die […] uns nichts in Ruhe lassen wollten.
    Was machst du Momentan Nour Al Zoubi??

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.